Dienstag, 10. September 2013

Frauen und Militär: Ein geschichtlicher Rückblick (Teil 3)



Frauen im Ersten und Zweiten Weltkrieg

Die Liste der Revolutionärinnen könnte auch für das 20. Jahrhundert fortgesetzt werden. Weibliche Kämpferinnen beteiligten sich sowohl an der mexikanischen Revolution (1910-1920), als auch am spanischen Bürgerkrieg (1936-1939). In diesem dritten Teil des historischen Rückblicks soll jedoch die Rolle von Frauen im Ersten und Zweiten Weltkrieg beleuchtet werden, als diese erstmals im größeren Umfang in regulären Armeen eine Rolle spielten, wenn auch meist nicht bewaffnet.

Frauen in Armeen: Der Erste Weltkrieg

1918 wurde für die kaiserliche Armee eine Gruppe von 100.000 freiwilligen Frauen ausgebildet, um männliche Soldaten in einer Nachrichtentruppe zu ersetzen. Obwohl diese Frauen kein offizieller Teil der Armee waren, unterstanden diese Funkerinnen und Fernsprecherinnen der Militärgerichtsbarkeit und -disziplin. Zum Einsatz kamen sie aufgrund des Kriegsendes allerdings nicht. Auch andere Länder wie Österreich-Ungarn setzten auf freiwilliger Basis Frauen zur Versorgung der Truppen oder als Beamtinnen in militärischen Dienststellen ein. In Großbritannien existierte von 1918 bis 1920 eine Hilfseinheit der Streitkräfte, die sogenannte Women’s Royal Air Force. Diese Frauen dienten vorwiegend als Fahrerinnen und Mechanikerinnen.

Einsatz von Frauen im Zweiten Weltkrieg

In Deutschland leisteten über eine halbe Million Frauen während des Zweiten Weltkrieges Dienst bei der Deutschen Wehrmacht. Diese Wehrmachthelferinnen wurden für militärische Hilfsdienste eingesetzt und unterstanden dem Militärrecht. Sie übernahmen unter anderem Aufgaben im Flugmeldedienst, im Militärsanitätsdienst oder bei der Flugabwehr als sogenannte Flakhelferinnen.  In den letzten beiden Kriegsjahren wurden diese bewaffnet und de-facto als Soldatinnen eingesetzt, wenn auch nie so bezeichnet.
Die Frauen der 1924 in Schweden gegründeten militärischen Freiwilligenorganisation „Svenska  Lottakåren“ leisteten im Zweiten Weltkrieg und anderen Ausnahmesituationen Dienst an der Waffe.  In Großbritannien reaktivierte man die Women’s Royal Air Force und in den USA erhielten Frauen erstmals regulären Zugang zur US Army. Als erste der separaten Fraueneinheiten wurde 1942 das Women’s Army Corps gegründet. Kurze Zeit später folgten die WAVES als Teil der US Navy und die Women Airforce Service Pilots. Nach Kriegsende wurden diese Einheiten jedoch weitgehend wieder demobilisiert.

Bewaffneter Widerstand von Frauen im Zweiten Weltkrieg

Natürlich gab es auch jenseits der regulären Armeen Frauen, die sich an Kampfhandlungen beteiligt haben. In der polnischen Heimatarmee, die sich der Besetzung durch die deutschen Truppen wiedersetzte, kämpften mehrere tausend Frauen. Für diese wurden ab 1944 separate Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Ebenso gab es jüdische Partisaninnen, die sich bewaffnet dem Kampf gegen die antijüdische Vernichtungspolitik anschlossen.

Von Tina Hoffmann


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Mittwoch, 4. September 2013

Lehrgang "Langdistanzschießen" - Ein Zwischenbericht




Nach rund 1.150 km Tour am Sonntag sind wir gut an unserem Ziel angekommen, am Montag ging es auch gleich in aller Frühe los.
Kurzes Briefing, Waffenausgabe und Materialüberprüfung.
Die Auswahl lässt das Herz schon etwas höher schlagen:
Steyer CSIM, Sako TRG 42, Tikka T3, SSG 3000 und verschiedene Accuracy etc. in den Kalibern .308; .338 und GP 11.

Vorerst geht es auf die 25 m Bahn um die Waffen einzuschießen.
Jeder erhält seine Waffe, soweit er nicht sein eigenes bei hat.
Mit dem System des Einschießens sollte jeder in der Lage sein, nach 9 Schuss die Waffe eingeschossen zu haben.
Und ja - es funktioniert.
Der Vormittag ist schnell rum und wir verlegen auf die Übungshäuser und schießen auf Distanzen von 500-550 Meter.
"Fast" jeder Schuss ist ein Treffer. Die Zielmedien sind Mannscheiben in Größe 0,45 breit und 0,75 hoch.
Der erste Tag geht vorbei und es folgt noch ein wenig Theorie mit der ABAC (Erklärung folgt).

Der zweite Tag bricht an und es folgt der gleiche Ablauf, nur an einem anderen Standort und der Verlegung auf ca. 1.600 Höhenmeter.
Damit es nicht zu einfach wird, verstellen die Ausbilder die Waffen komplett und wir schießen diese wieder mit 9 Schuss ein. Das sollte innerhalb von 10 Minuten erfüllt sein.
Anschließend geht es an Entfernungsberechnungen ohne elektronische Hilfsmittel wie mein gutes Steiner mit LRF.
Nachmittags folgt dann das Schießen auf 550-600 Meter unter veränderten Bedingungen wie Wind und Lichteinfall.
Und wieder fast jeder Schuss ein Treffer. Meistens wird 1 Schuss abgegeben, notfalls korrigiert und danach sitzen alle im Ziel.
Vorerst geht es wieder auf die 0,45 x 0,75 und anschließend auf die 0,45 x 0,45.
Auch hier gibt es keine Probleme!

Der dritte Tag sollte anspruchsvoller werden und ja, jetzt hätte man die Mulis gebrauchen können.
Nix da mit ranfahren an den Spot, aber wir wollen nicht meckern, denn es ist für die Aussicht akzeptabel.
So langsam kann man es kaum glauben, aber die Distanzen scheinen nebensächlich!
Egal wie weit wir bisher gegangen sind - es funktioniert einfach.
Im Nachgang zum Lehrgang werde ich hier etwas ausführlicher berichten.
Heute also Distanzen zwischen 700 und 750 Meter.
Treffer um Treffer, bis ein unerwartetes Problem auftaucht. Die Schrauben am Höhenturm von meinem Schützen (ich bin der Spotter) sind locker und durch das kurze Hin und Her verstellt sich alles.
Mit nur drei Schuss sind wir wieder im Ziel, obwohl die Waffe in der Höhe komplett verstellt ist: wir arbeiten trotzdem weiter und generieren einen Treffer nach dem anderen.

Das erstmal als Vorabbericht: morgen geht es dann auf 1.000-1.200 Meter!!!

Mehr dazu nächste Woche ...........

Von Uwe Krüger


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Freitag, 30. August 2013

„ICH MACHE EINE REISE UND NEHME MIT……..“ Lehrgang "Langdistanzschießen" – Teil I





Erste Vorbereitung am 28.08.2013 - Packen des taktischen Equipments


Es ist wie immer das gleiche, was muss alles mit?
Oder doch wieder frei nach dem Motto „Lieber haben als brauchen!“.
Am Sonntag geht es zum Lehrgang "Langdistanzschießen", über 5 Tage.
Die Organisation wurde von Henning Hoffmann – Akademie 0/500 durchgeführt, welcher auch als deutschsprechender Ausbilder vor Ort Ausbilder unterstützt.
Die eigenen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und das erste Equipment wird zusammengestellt. Es fehlt noch das ein oder andere!

Zwischenphase der Vorbereitung 30.08.2013


Irgendwie hat sich nichts verändert, entweder fehlen Ausrüstungsgegenstände oder sie kommen auf den letzten Drücker.
Heute kamen also noch zwei wichtige Lieferungen für unseren Shop und auch für den Lehrgang.
Nach einer Nachfrage bei den Gebirgsjägern, ob die uns ein paar Mulis für den Lehrgang leihen können :-) (Dank an W.G.), was leider verneint wurde, habe ich nochmals die Zusammenstellung der Ausrüstungsgegenstände überarbeitet.
Da es ja erst am Sonntag losgeht, kann ich ja nochmals ein paarmal hin und her packen, bis es endlich passt.
Es ist auch nicht so gut, wenn man zu viel besitzt oder man hat Mulis oder andere „Packesel“!
Hier nun eine Auswahl der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände über die dann auch begrenzt im Nachgang berichtet wird:

-      CARINTHIA – Defense 6 Schlafsack
-      TT – Compression Bag (als Transport-/ Regenhülle für den Schlafsack)
-      MSA – Supreme Pro Neckband
-      SURFIRE – EP 4 +
-      OAKLEY – M-Frame
-      SWISS EYE – Stingray M/P (als Ersatzbrille)
-      SURFIRE – MINIMUS AA mit diversen Filtern
-      STEINER – Military 10x50 LRF
-      HAZARD 4 – Forward Observer Bag (ideales Transportmittel fürs Steiner DF)
-      BUSHNELL – Spektiv Elite 20-60x80
-      diverse Stative
-      BERGHAUS – Centurio 30l + MMPS Seitentaschen 2x10l
-      5.11 – Rush 72
-      SNUGPAK – Aquacover 70l
-      CAMELBAK – ThermoBak 3,0l Antidote
-      KESTREL – 4500NV-Horus Ballistik/Bluetooth
-      KESTREL – 4500NV-Pocket Weather Tracker
-      KESTREL – diverses Zubehör
-      TT – Pouch7 als Medipack für Schuss-/ Schnitt-/ offene Wunden
-      TT – Medic Assault Pack

Die diversen Kleinteile etc. aufzuführen wäre endlos, aber im Nachgang wird dies folgen, auch um ein Feedback zu geben, was für den Lehrgang sinnvoll oder eher unnütz ist.
Da es sich hierbei um einen Lehrgang handelt, der auch von Zivilisten besucht werden kann, wäre es möglich, dass Ausrüstungsgegenstände, die der militärische Scharfschütze oder der polizeiliche Präzisionsschütze benötigt, hier einfach nicht gebraucht werden.
Ebenfalls wird es im Nachgang auch eine Liste über die getestete Kleidung geben, die im Lehrgang genutzt wurde.
Wer sich vorab schon mal über diesen Lehrgang informieren will, dem empfehle ich einfach einen Blick in die WAFFENKULTUR Ausgabe 01 November/ Dezember 2011.

 Von Uwe Krüger


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Dienstag, 27. August 2013

NRA Women – die Frauenseite der National Rifle Association




Auch die deutsche – wenn auch überwiegend negativ eingestellte – Presse hat es schon gemerkt: In den USA tut sich seit einiger Zeit was im Bezug auf die National Rifle Association und Frauen. In der Presse wird das eher etwas einseitig so hingestellt, als brauchte die NRA und die Waffenindustrie eine neue Zielgruppe, weil der Markt bei den Männern weitgehend gesättigt ist und hätte deswegen die Frauen ins Visier genommen. Die Tatsache, dass das Thema Frauen in den letzten Jahren bei der NRA stärker in den Vordergrund gerückt ist, möchte ich hier nicht negieren, aber dennoch finde ich diese Einstellung, die oft auch von Frauen formuliert wird, auch etwas sexistisch: als seien Frauen allein Spielball irgendwelcher Werbekampagnen. Ich denke, Frauen haben in den letzten Jahren einfach mehr Selbstvertrauen entwickelt, sich auch selbst und von sich aus mit dem Schießsport und der Selbstverteidigung mittels Schusswaffen auseinanderzusetzen. Und die NRA hat darauf natürlich reagiert.


Es gibt nun eine eigene Unterseite NRA Women, die über Frauen berichtet, die sich in der Organisation der NRA hervortun, im Schießsport Erfolge erzielen oder einfach nur Mitglieder sind: Jene können ein Profil anlegen, das dann in einer Galerie gezeigt wird. Gerade letztere finde ich besonders interessant zu durchstöbern, denn man sieht, wie unterschiedlich die NRA-Frauen doch sind.
Daneben gibt es auch noch Rubriken, die sich mit Tipps undTaktiken oder Lifestyle beschäftigen und eine, in der Geschichten von Frauen gesammelt werden, die sich erfolgreich verteidigen konnten, weil sie eine Schusswaffe bei sich hatten („Refuse To Be A Victim“). Insgesamt ist die Seite noch im Aufbau begriffen, auf einigen Rubriken und Storys befindet sich der Button „coming soon“. Klar, dass eine Einbindung in Social Networks (Facebook, Google+, Twitter, Instagram, Pinterest) nicht fehlen darf.


Wie ich schon in meinem letzten Blogbeitrag auf „The Female Side“ bemerkt habe („The Well Armed Woman“), ist das Thema „Waffen und Schießen“ auch in den Staaten immer noch sehr testosterongetränkt und solche Bereiche schrecken einfach viele Frauen ab. Da kann eine speziell auf Frauen eingehende „Ermutigung“ mittels eigener Kurse und Trainingsgruppen sehr hilfreich sein. Deswegen gibt es bei der NRA Kurse nur für Frauen. Es werden Frauen extra als Ausbilder ausgebildet (Female NRA Certified Instructor). Zudem gibt es Schiesswettkämpfe für Frauen (Women On Target, Women’s Postal Matches), Schiess- und Outdoor-Urlaube (Women’s Wilderness Escapes) und ein Programm, das zwar nicht ausschließlich nur für Frauen ist, aber von diesen gerne besucht wird: „Refuse To Be A Victim“ („Sei kein Opfer!“). Dieses soll ein Sicherheitsbewusstsein bei den Teilnehmern schaffen und sie lehren, wie sie sich bei Angriffen verhalten sollen.


Die NRA-Kurse für Frauen sind im Prinzip dieselben, wie die „allgemeinen“. Es gibt für diverse Waffenarten Kurse vom Level „Schnupperkurs“ (3h) und Basic (8h) an. Diesen Kursen kommt in den USA eine besondere Bedeutung zu: Im Prinzip kann sich dort jeder eine Waffe kaufen, ob er Ahnung von Waffen und deren sicheren Handhabung hat oder nicht.* Im Vergleich dazu muss man im Deutschland, bevor man eine Waffe erwerben darf, alle möglichen Voraussetzungen erfüllen, u.a. ein Jahr Mitgliedschaft in einem Schützenverein (als Sportschütze) und eine Waffensachkunde. D.h. hier lernt man etwas über Waffen, BEVOR man sie haben darf. Insofern ist das Engagement der NRA im Bereich Training nur zu begrüßen. Ein amerikanischer Freund von mir, der auch NRA-Mitglied ist, würde etwas in der Art einer Waffensachkunde als Voraussetzung zum Erwerb von Schusswaffen übrigens befürworten, mit der Begründung, dass man zum Fahren eines Autos schließlich auch einen Führerschein machen müsse – da rege sich ja auch niemand darüber auf.

Training ist immer gut – aber es ist schön, dass es dieses auch speziell für Frauen gibt, um diese zu ermuntern!


*Die Bestimmungen hierzu sind in den einzelnen Bundesstaaten unterschiedlich, der Käufer muss jedoch ein Mindestalter von 16-21 Jahren haben und einen Background Check bestehen, bei dem er auf  Vorstrafen hin überprüft wird. Zudem ist die amerikanische Staatsbürgerschaft oder eine permanente Aufenthaltserlaubnis notwendig.

Von Claudia Bommer


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Freitag, 23. August 2013

Frauen und Militär: Ein geschichtlicher Rückblick (Teil 2)



Frauen und Militär: Ein geschichtlicher Rückblick (Teil 2)

Revolutionärinnen des 19. Jahrhunderts

Eine der wenigen Historikerinnen, die sich wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzt ist Rosa Hannreich-Echandía Suárez. Sie nennt die „männerzentrierte und eurozentrisch verzerrte Historiografie der vergangenen Jahrhunderte“ als Grund dafür, warum kämpfende Frauen bisher bewusst aus der Geschichtsschreibung ausgegrenzt wurden. Um einige Beispiele wenigstens ein bisschen bekannt zu machen, hier nun der zweite Teil der Serie „Frauen und Militär“, der sich mit den Revolutionärinnen des  19. Jahrhunderts befasst.

Amerikanische Revolutionärinnen

Sowohl in Nord- als auch in Südamerika beteiligten sich zahlreiche Frauen aktiv an den Entkolonialisierungs- und Unabhängigkeitskriegen. Fälle von als Männern verkleideten Soldatinnen sind bereits während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775-1783) belegt.  Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) waren es vor allem die Abolitionistinnen, die sich als Männer verkleidet an Kampfhandlungen beteiligten. Die wohl bekannteste unter ihnen ist die Afroamerikanerin Harriet Tubman (1820-1913), eine ehemalige Sklavin, die aktiv die Nordstaatenarmee unterstützte, meist als Kundschafterin.
Auch das Ausmaß der Frauenbeteiligung an den zahlreichen Revolutionen und Freiheitskämpfen Südamerikas geriet schnell in Vergessenheit. Einige Revolutionärinnen sind jedoch noch bekannt und wurden bereits im 19. Jahrhundert für ihre Leistungen geehrt. Eine davon ist Manuela Sáenz (1797-1856). Die auch als „erste Feministin des amerikanischen Kontinents“ bezeichnete Freiheitskämpferin war 1820 aktiv an der Verschwörung gegen den damaligen peruanischen Vizekönig beteiligt und wurde hierfür als erste Frau mit dem peruanischen Orden El Sol ausgezeichnet. Später setzte sie sich an der Seite ihres Geliebten Simon Bolívar für die Sache der südamerikanischen Revolutionen ein. Weitere bekannte Beispiele aus jener Zeit sind die Guerilla-Führerin Juana Azurduy (1780-1862), die sich in Bolivien und Argentinien bewaffnet an Kampfhandlungen gegen die Spanier beteiligte oder Maria Quitéria (1792-1853), die als Heldin des brasilianischen Unabhängigkeitsbestrebens gilt.

Frauen im Deutschen Vormärz und der Revolution von 1848/49

Dass die Zeit des Deutschen Vormärz und die Revolution des Jahres 1848/49 die ersten Vorreiterinnen der deutschen Frauenbewegung hervorbrachte ist bekannt und wurde bereits vielfach wissenschaftlich aufgearbeitet. Dass sich viele auch aktiv an den Aufständen jener Zeit in verschiedenen deutschen Städten beteiligten gehört hingegen eher zu den weniger untersuchten Kapiteln deutscher Geschichte. Amalie Struve (1825-1862), Louise Aston (1814-1871) und Mathilda Franziska Anneke (1817-1884) sind nur einige der mutigen Frauen, die damals auf die Barrikaden gingen. 

Von Tina Hoffmann


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Dienstag, 20. August 2013

„Pro-Gun“: Ein kleiner Überblick über Webseiten und Organisationen



Man kann sich nicht mit Schießen und Waffen beschäftigen, ohne unweigerlich auf das Problem der Waffengegner und Befürworter einer Verschärfung des Waffenrechts zu stoßen. 

Ich bin prinzipiell für Freiheit statt (Über-)Regulierung und Verbieten, wie sie von Seiten aller Möchtegern-Weltverbesserer – natürlich nur zum Wohle ihrer Mitmenschen! – betrieben wird. Als Legalwaffenbesitzer hat man immer jenes Damoklesschwert weiterer Verbote und Einschränkungen im Waffenrecht über sich hängen.

Die USA haben bekanntermaßen ihre Waffenlobby, die NRA, seit 1871. Auch die Schweiz und Österreich haben ihre Organisationen für ein freiheitliches Waffenrecht (seit 1978 und 1994).
In Deutschland gibt es gleich 3 Vereine (Verbände/Organisationen), die sich für den legalen Waffenbesitz einsetzen: das „Forum Waffenrecht“, „ProLegal“ und „Fördervereinigung legaler Waffenbesitz“. Die Unterschiede hier darzulegen würde zu weit führen und es mag reichen zu sagen, dass eine starke Lobby besser wäre als mehrere kleine Vereinigungen. 

Zudem gibt es einige Webseiten, die sich die Verbreitung objektiver Informationen zum Thema Waffen und Waffenrecht auf die Fahnen geschrieben haben. Zu nennen wäre hier „Legalwaffenbesitzer“, „German Rifle Association“ und „Legalwaffen“. 

All diese Seiten bieten nützliche Informationen für Schützen und Waffenbesitzer – ABER: DIE müssen die Organisationen und Informationsseiten ja nicht mehr überzeugen! Eigentlich müssten die Seiten eher die Waffengegner erreichen – aber tun sie das auch? Der Mensch tendiert ja immer dazu, das zu lesen und zu hören, was seine Meinung weiter bestätigt. Würde man sich mit der Position der Gegenseite beschäftigen, müsste man seine Meinung eventuell zumindest teilweise revidieren und das ist meist nicht gewünscht. Somit können die Organisationen zwar politisch und juristisch Druck ausüben, aber was die Wirkung auf die Öffentlichkeit angeht, ist ihr Einfluss eher gering und verstärkt wohl eher das Negativimage der „Waffenlobby“ und Waffenbesitzer.

Was kann man also tun? Das beste Positivimage kann immer noch der Waffenbesitzer selbst liefern, indem einfach klar gemacht wird, dass Schützen keine finsteren Typen sind, sondern ein ganz normaler Querschnitt der Gesellschaft. Er kann sein Umfeld über Gesetze und den sicheren Umgang mit Schusswaffen aufklären, ebenso wie mit all den Märchen und falschen Bildern aufräumen, welche durch Film und Fernsehen das Bild von Schusswaffen in den Köpfen der Unbedarften bestimmen. Wenn man ab und an mal einen Freund oder Bekannten zum Schießen mitnimmt, kann man diesem aus erster Hand klar machen, dass alles nicht ganz so schlimm ist, wie es die Medien immer suggerieren. Damit hätte man dann wohl mehr für eine breitere Akzeptanz von Schusswaffen in der Bevölkerung getan, als all die Informationsseiten leisten können!

Von Claudia Bommer


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Mittwoch, 14. August 2013

The Well Armed Woman



Heute möchte ich ein amerikanisches, einer Frau gehörendes Unternehmen vorstellen, das bezüglich der Thematik Frauen + Waffen wirklich Beachtung verdient: The Well Armed Woman (TWAW). Die Seite ist natürlich auf Amerikanisch und das könnte leider für die eine oder andere Leserin aus Deutschland eine Hürde darstellen.

Amerikanische Frauen und Waffen

Wer denkt, dass weibliche Waffenträger und Schützen in den USA zur Normalität gehören, der täuscht sich. Auch dort sind Waffen nach wie vor eine Männerdomäne – die aber zunehmend von Frauen für sich entdeckt wird. 2011 besaßen immerhin 23% der Frauen Waffen, bei den Männern liegt der Anteil doppelt so hoch.
Neben der Sorte Mann, die ihre Frau dazu ermuntert, zu ihrem eigenen Schutz sich mit einer Waffe vertraut zu machen, Schießen zu üben und die concealed carry permit  (Waffenschein, der zum verdeckten Tragen einer Waffe berechtigt) zu bekommen, gibt es immer noch eine große Gruppe von Männern die denken, Frauen sollten lieber die Finger von Waffen lassen. Zahlreiche dümmliche Bilder und Youtube-Videos von meist  leicht bekleideten Frauen, die etwas grundlegend falsch machen im Umgang mit einer Waffe, geben davon Zeugnis.
Manch andere können sich gar nicht vorstellen, dass Frauen überhaupt schießen könnten. Das habe ich sogar selbst auf der shooting range in den USA erlebt. Zunächst als einzige Frau skeptisch beäugt, waren die anwesenden Herren etwas baff, dass mein Schussbild deutlich besser war als ihres. Der eine meinte dann: „Himmel, in Deiner Schusslinie möchte ich mich auch nicht befinden…“ (Ja, besser ist das…J)

All in One

Dies also als Hintergrundinformation zu dem außergewöhnlichen Unternehmen The Well Armed Woman. Als die Inhaberin Carrie Lightfoot vor einigen Jahren daran dachte, eine Waffe zu erwerben, um sie zur Selbstverteidigung zu führen, fand sie eben jene Situation vor: Die gesamte Industrie war nur auf männliche Waffenbesitzer zugeschnitten; Informationen, die sie bekam, rangierten irgendwo zwischen Herablassung und Beleidigung.
Da sie aber gleichzeitig feststellte, dass andere Frauen mit großem Interesse auf ihre neue Passion reagierten, schuf sie nicht nur einen Shop für Waffenequipment für Frauen oder eine Informationsseite, sondern eine umfassende Informations- und Bezugsquelle für Frauen, die an Waffen, Schießen und Selbstverteidigung (mittels Schusswaffe) interessiert sind.
Der Shop bietet all jenes zum Schießen notwendige (oder auch nicht unbedingt notwendige…) Equipment, also Augen- und Gehörschutz, Waffentaschen, Waffenschränke, Holster (gerade hier sehr frauenspezifisches wie BH-Holster), Zielscheiben, Reinigungsutensilien, Lehr-DVDs und vieles mehr. Nur Waffen und Waffenanbauteile werden nicht verkauft.
Neben dem Shop nehmen aber die Informationen einen großen Teil der Webseite ein: Es wird über Sicherheit im Umgang und der Aufbewahrung von Waffen informiert, über waffenrelevante Gesetze, über Schießtraining, Munition und vieles mehr.

Schon alles?

Damit aber noch nicht genug. TWAW ist Initiator von speziellen „shooting chapters“ (Schieß-Ortsverbänden) für Frauen, die mittlerweile über die meisten Staaten der USA verteilt sind. Man könnte sie mit kleinen Frauen-Schützenvereinen gleichsetzen. Diese treffen sich monatlich zum Training.
Ferner arbeitet TWAW eng mit der NRA zusammen, was Instructor-Kurse angeht.
Und last but not least sind in die Webseite ein Blog  und eigene Youtube-Videos eingebunden.

Muss man jetzt noch erwähnen, dass es eine eigene Facebook-Seite dazu gibt?
Diese zu „liken“ kann ich nur empfehlen, von fundierten Informationen, über waffenrelevante Berichte in den Nachrichten bis zu lustigen/coolen Bildern und Produktneuheiten ist alles dabei.

Da es dem „normalen“ Bürger (oder der Bürgerin) in Deutschland nicht gestattet ist, eine Waffe zu Selbstverteidigungszwecken zu führen, lassen sich die Inhalte natürlich nicht 1 zu 1 auf Deutschland übertragen. Dennoch enthält die Webseite dieses Unternehmens genug Interessantes auch für deutsche Waffeninteressierte.

Und bezüglich der Inhaberin des Unternehmens, Carrie Lightfoot, kann ich nur sagen: Hut ab!

Von Claudia Bommer


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