Freitag, 18. Oktober 2013

Frauen und Militär: Ein geschichtlicher Rückblick (Teil 4)





In Deutschland beträgt der Frauenanteil in der Bundeswehr unter den Berufs- und Zeitsoldaten heute knapp 10 %. Wie die Entwicklung dahin seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlief, darüber soll der vorletzte Teil dieser frauenspezifischen, militärgeschichtlichen Serie einen kurzen Überblick geben.

Frauen und Bundeswehr: Die Anfänge

Bei der Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 schloss das Grundgesetz mit Artikel 12a die Teilnahme von Frauen am Dienst an der Waffe kategorisch aus. Die gesetzliche Trennung von ziviler Wehrverwaltung von den Streitkräften ermöglichte ihnen jedoch, bis ins Jahr 1975 zumindest zivile Funktionen innerhalb der Bundeswehr einzunehmen. In jenem Jahr öffnete sich der Sanitätsdienst für approbierte Ärztinnen, Zahnärztinnen, Apothekerinnen und Tierärztinnen. Im ersten Jahr traten fünf Frauen ihren Dienst in der Bundeswehr an. Als Sanitätssoldatinnen durch das Völkerrecht zwar von Kampfhandlungen ausgeschlossen, erhielten sie dennoch zu Verteidigungszwecken eine Grundausbildung an der Waffe. In den Jahren 1988 und 1991 öffneten sich den Frauen in der Bundeswehr dann auch die Offizierslaufbahnen im Sanitär- und Militärmusikdienst.

Das neue Jahrtausend: Durchbruch für Frauen in der Bundeswehr

Im Januar 2000 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass der vollständige Ausschluss von Frauen am Dienst an der Waffe gegen den Grundsatz der Gleichstellung der Geschlechter verstoße. Die Bundesrepublik formulierte Artikel 12a um, wonach Frauen nun lediglich nicht zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden dürfen und öffnete am 01. Januar 2001 uneingeschränkt alle Laufbahnen der Bundeswehr auch für Frauen.

Frauen in der Bundeswehr heute

Auch wenn der Frauenanteil in der Bundeswehr mit knapp 10 % noch recht überschaubar ist, so sind Soldatinnen in Deutschland in der öffentlichen Wahrnehmung längst zur Normalität geworden und etliche bekleiden inzwischen den Rang eines Generals. Zwar ist der Anteil an Frauen im Sanitätsdienst immer noch besonders hoch, jedoch gibt es inzwischen auch Panzerführerinnen und Tornadopilotinnen. Die erste Kampfpilotin der Bundeswehr, Ulrike Flender, auch „First Jet-Lady“ genannt, wuchs doch tatsächlich im gleichen Dorf wie ich direkt gegenüber auf – die Welt ist klein…

Tina Hoffmann


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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Mein erstes Mal Schießen



Mein erstes Mal Schießen

Meinen Nebenjob bei Limatactics  verdanke ich nicht unbedingt meiner Fachkenntnis im Sicherheitsbereich, vor allem Schießen lag mir bisher fern. Aber wenn die Schwester einen eigenen Schützenverein gründet, dann sollte man sich die Sache doch mal anschauen und vor allem auch mal selbst ausprobieren.  Wie die Jungfrau zum Kind kam ich also als Texterin auf den Deva-Schießstand in Berlin-Wannsee…

Der erste Eindruck

Wir kamen  in eine Halle mit einer 50 Meter langen, sandigen Strecke, an deren Ende ich eigentlich diese runden Zielscheiben erwartet hatte. Diese muss man allerdings selbst mitbringen – bei uns waren das dann allerdings ausgedruckte Blätter mit schwarzen Punkten drauf, die wir an eine Pappwand auf Stelzen tackerten. Nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte, aber so kann man sein Ergebnis immerhin mit nach Hause nehmen. Die nächste Überraschung war, dass ich gar nicht von hinten schießen sollte, sondern erst mal aus drei Meter Entfernung.  Waaas? Klang irgendwie zu einfach…
Es folgte eine ausführliche Einweisung in die Handhabung der Waffe (eine Glock 19) und in die Sicherheitsvorkehrungen. Noch ein bisschen ängstlich hab ich alles theoretisch ausprobiert und dann sollte es auch schon richtig losgehen…Jetzt war ich doch recht aufgeregt, irgendwie rechnete ich damit, dass mich der Rückstoß eventuell zwei Meter nach hinten schleudern könnte. Ich peilte das Ziel an und schoss – und war überrascht: Es hat mich nicht umgehauen.  Mein Ergebnis war sogar ganz gut, verschlechterte sich allerdings mit zunehmender Distanz. Jetzt ist mir auch klar, warum man nicht aus 50 Meter Entfernung schießt.

Triarii und AR 15

Als nächstes kam das Schießen mit einer Triarii, einer Art Halterung für die Pistole, eigentlich schon recht ähnlich wie das Gewehr AR 15, mit dem ich dann am Schluss geschossen habe.  Obwohl ich mit meinen meisten Ergebnissen ziemlich zufrieden war, machten sich das Gewicht der Waffe und die ungewohnte Körperhaltung inzwischen stark bemerkbar. Mein Rücken schmerzte und meine Schultermuskeln fingen höllisch an zu brennen, bei den letzten beiden Schüssen dachte ich, dass ich das Gewehr nicht mehr hoch bekomme. Sportschießen ist also tatsächlich nichts, was jeder Untrainierte einfach mal so stundenlang machen kann, das hatte ich völlig unterschätzt.
Trotz aller Vorbehalte muss ich sagen: Es war eine Erfahrung, die ich gerne gemacht hab. Man wird direkt beim sportlichen Ehrgeiz gepackt („Nächstes Mal will ich öfter genau ins Schwarze treffen!“) und auch wenn ich jetzt nicht gleich in den Schützenverein eintrete, werde ich auf jeden Fall irgendwann noch unter Beweis stellen, dass meine Trefferquote kein Anfängerglück war  – oder eben das Gegenteil…



Von Tina Hoffmann


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